Claudia Thiele
Claudia Thiele

Wenn wir aufhören, Menschen zu unterscheiden,
wird eine offene Vielfälltigkeit erkennbar.


Und doch haben wir Differenzen und Trennungen nötig.
Nur sollten wir das Bewusstsein stärken,
dass Schönheit wie Behinderung
immer im Auge des Betrachters liegen.

 

Alle Diagnosen sind deshalb Kulturobjekte -
denn schließlich ist es die Gesellschaft
und ihre  Lebensweise, die bestimmt,
was tolerierbar ist und was eines Schonraumes, Hilfe
oder des Ausschlusses bedarf.

 

nach: Unbekannt

Was ist ADHS?

Ich möchte hier nur eine kurze allgemein verständliche Definition aufzeigen, genauere Beschreibungen können sie dem Internet oder der Fachliteratur entnehmen. 

 

Der für die Reizübertragung wichtige Botenstoff Dopamin wird in unzureichender Menge ausgeschüttet oder zu schnell abgebaut. Daher findet keine Reizfilterung statt. Alle Reize strömen ungefiltert ein. Die Folge ist, das der Arbeitsspeicher schnell voll ist. Das hat schwerwiegende Folgen:

 

Die Grundmerkmale sind:

  • Störung der Aufmerksamkeit mit Mangel an Ausdauer bei Beschäftigungen und die Tendenz, Tätigkeiten zu wechseln, bevor sie zu Ende gebracht wurden.
  • Unruhiges Verhalten insbesondere mit der Unfähigkeit, stillsitzen zu können.
  • Impulsivität z. B. mit abrupten motorischen und / oder verbalen Aktionen, die nicht in den sozialen Kontext passen.

 

Nicht die Hyperaktivität ist das wichtigste Symptom, sondern die Aufmerksamkeitsstörung und Impulsivität.

 

Auswirkungen:

 

Aufmerksamkeit:

Entspricht beim gesunden Menschen einer Form gleichmäßiger innerer Wachhheit, die aber bei allen Betroffenen nur motivationsabhängig vorhanden ist, d.h. ADHS Betroffene können sich dann konzentrieren, wenn sie eine Sache besonders interessiert. Das erklärt die Aussagen von Eltern und Lehrern: "Wenn es will kann es!"

ADHS fällt vor allem in der Schulzeit auf. Die mangelnde Reizfilterung führt dazu, dass der Arbeitsspeicher schnell in seiner Kapazität erschöpft ist. Die Aufmerksamkeit muss lange genug aufrechtgehalten werden, damit das Kurzzeitgedächtnis ausreichend aktiviert wird, um Informationen ins Langzeitgedächtnis übergeben zu können. Gelerntes das nicht "berührt" wird bei Betroffenen nicht richtig abgespeichert und gleich wieder vergessen.

Eine Person mit ADHS ist eigentlich aufmerksam für viel zu viel.

 

Impulsivität:

Sie scheint das Hauptproblem der ADHS zu sein. Emotionen schlagen ungebremst durch, die Stimmungslage ist grundsätzlich extrem: "total begeistert", "freudig ohne Ende", "stinksauer" oder "furchtbar beleidigt", "verliebt bis zum Verschmelzungswunsch" oder "extrem hassend"

 

mangelnde Entwicklung von Ausführungsfunktionen:

Die Entwicklung der zunehmenden "automatischen" Selbstkontrolle ist verzögert oder gestört.

Kinder und Jugendliche mit ADHS bleiben im Hier und Jetzt.

Sie haben ein eigenes Zeitgefühl, dass sich in dem Gefühl der inneren Unruhe, Langeweile und totaler Motivation unterteilt. Die innere Unruhe ist der stetige Begleiter des Betroffenen. Wenn ihn etwas absolut interessiert, zeigt er höchste Motivation und Konzentration (Hyperfokussierung). Er vergisst um sich herum alles, auch die Zeit. Langeweile ist nicht ertragbar und lässt sofort innere Unruhe aufkommen!

 

Durch die Fähigkeit, sich selbst im inneren Gespräch anzuleiten, entsteht Selbststeuerung (Selbstgespräche). Diese Verinnerlichung entsteht bei ADHS betroffenen Kindern nicht oder nur verzögert. Impulsiv wird geäußert, was gerade in den Sinn kommt, auch beim vorwiegend unaufmerksamen Typus.  Es scheint sogar so, als besteht ein Zusammenhang zwischen dem häufig schlechten, flüssigen und lauten Lesen und das mangelhafte Sinn erfassen beim Lesen (fehlendes Mitsprechen und Erinnern).

 

Ohne die Fähigkeit der Selbstregulation besteht eine extreme Stimmungsanfälligkeit und Motivationsschwäche.  Die Fähigkeit spontan enstehende Gefühle immer besser unterdrücken und anpassen zu können ist bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS gestört. Ein falscher Ton, ein düsterer Blick, schon ist der Betroffene irritiert, beleidigt oder sauer. Er scheint oft seinen Gefühlen ausgeliefert zu sein.

 

Auch Motivation ist ein emotionaler Zustand, Computerspiele sorgen z.B. durch eine sofortige Rückmeldung für  eine Motivation. So bedürfen z.B. die Hausaufgaben eine Motivationslenkung ( z.B. durch ein kleines Belohnungssystem in Form einer Punktetabelle etc.).

 

Zentral für die Selbststeuerung ist es überlegend und vorausplanend zu handeln.

Beim ADHS - Menschen geht das Thema beim Reden oder beim Schreiben verloren.

 

weiter Auswirkungen gibt es im Bereich:

  • Schlaf- Wachrhytmus
  • Essverhalten
  • Thermoregulation
  • Körperkontakt
  • oberflächlicher Wahrnemungsstil
  •          langsame Verinnerlichung von Regelverhalten
  •         eingeschränktes Realitätsbewusstsein
  •         Selbstbewusstsein und Selbstdarstellung
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